Das Altarkreuz

 

Kreuzvorn

Am Sonntag, dem 25.Mai 1975 wurde in der Sahlenburger Gemeinde das Kruzifix geweiht, das seit dieser Zeit den Altar unserer Kirche schmückt. Der schöne Bronzeguss stammt von dem Kölner Bildhauer Egino Weinert und zeigt an den vier Enden der Kreuzesbalken biblische Szenen.

  Kreuzunten

 

Zu Füßen des gekreuzigten Jesus ist es eine Darstellung der Geschichte, in der Petrus auf dem Meer wandelt, zu versinken droht und seinen Herrn um Hilfe anruft- „Er sah aber einen starken Wind, da erschrak er und hob an zu sinken, schrie und sprach: Herr hilf mir!“ (Math. 14, 30)

 

 

Kreuzlinks

 

Auf der linken Seite des Querbalkens benetzt Maria Magdalena mit ihren Tränen die Füße Jesu und trocknet sie mit ihren Haaren, „und trat hinten zu seinen Füßen und weinte und fing an, seine Füße zu netzen mit Tränen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küsste seine Füße und salbte sie mit Salbe.“ (Lukas 7, 38)

 

 

Kreuzrechts

 

Die rechte Seite stellt Maria und Martha dar. Maria zu Jesu Füßen sitzend, hört aufmerksam seinen Worten zu, während sich Martha im Hintergrund viel zu schaffen macht. ,Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du hast viel Sorge und Mühe, eins aber ist not Maria hat das gute Teil erwählt, das soll nicht von ihr genommen werden“ (Lukas 10, 41+42).

 

 

 

Kreuzoben

 

 

Der Kopfbalken zeigt die blutflüssige Frau, die von ihrer Krankheit geheilt wird, nachdem sie Jesu Gewand berührt hat. „Denn sie sprach: Wenn ich nur sein Kleid möchte anrühren, so würde ich gesund.“ (Markus 5, 28)

 

 

 

Kreuzrueckseite Auf der Rückseite des Kreuzes aus Bronzeguss, ist eine weitere besondere biblische Erzählung dargestellt. Einmal im Kirchenjahr – am Gründonnerstag wird das Kreuz gewendet und dann ist die Szene der Fußwaschung zu sehen. Alle vier Evangelien berichten vom letzten gemeinsamen Zusammensein des Herrn mit seinen Jüngern – dem Abendmahl. Allein der Evangelist Johannes erzählt aber von der Fußwaschung am Abend vor Jesu Kreuzigung, in der alten Welt war es üblich, dem Gast vor dem Essen die Füße zu reinigen. Wer barfuß oder in Sandalen einen staubigen Weg gegangen war, empfand diese Fußwaschung als nötig, als belebend und er- frischend. Nun übernahm diese Arbeit allerdings nicht etwa der Herr des Hauses. Nein – das war eine Sache für die rangniedrigeren Mitbewohner – bei den ärmeren Leuten waren es die Frauen und Kinder, bei den Reichen versahen die Sklaven diesen Dienst. Die Fußwaschung – ein Knechtsdienst. Beim letzten Mahl -so erzählt es der Evangelist Johannes – steht Jesus auf, legt sein O- bergewand ab und beginnt, seinen Jüngern die Füße zu waschen. Überraschung, ja Bestürzung auf deren Gesichtern! Jesus, der Herr und Meister, übernimmt die Aufgabe des Dieners, des Sklaven.
(Joh. 13,1-15).

Die Fußwaschung ist ein ganz konkretes Zeichen der Liebe Jesu zu den Jüngern. In den Evangelien wird die Liebe Jesu zu den Menschen immer konkret dar gestellt. Jesu berührt Menschen mit seinen Händen. Er legt seine Hände auf den verkrümmten Rücken der Frau oder er legt seine Finger in die Ohren und auf die Zunge des Taub- stummen. Jesus scheut die körperlichen Berührungen nicht. Das spüren seine Jünger, als er anfangt, ihre nackten Füße zu berühren, sie zu waschen und dann abzutrocknen. So wird für sie seine Liebe spürbar und erfahrbar.

Die Fußwaschung ist im Johannesevangelium das sakramentale Vermächtnis Jesu an seine Jünger. Er sagt: „Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.“ Joh. 13,15

 Ilona Schüring